Next Nature: Das Buch

»Next Nature«: Das BuchVielleicht ist es kein Zufall, dass dieses Buch aus den Niederlanden kommt: Die dem Meer abgetrotzten Polder bilden schon seit Jahrhunderten einen Landschaftsraum zwischen naturgegeben und menschengemacht. Der Designphilosoph Koert van Menswoort fragt mit Hendrik-Jan Grievink und weiteren Autoren aus dem Think Tank rund um das Blog Next Nature: Was ist heute Natur?

Der Mensch hat schon immer in die Natur eingegriffen – in der Absicht, sie nachzuahmen, zu verbessern oder zu übertreffen. Landschaften, Pflanzen, Früchte, Tiere formen wir schon lange nach unseren Bedürfnissen.
Das aufregende Buch »Next Nature« zeigt, wie sich die Grenzen zwischen Natur und Kultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts zusehends schneller und stärker auflösen und wie sich unser Naturverständnis wandelt: Echte Natur wird uns mehr und mehr zum Bild von Natur, zu einer Fantasie, einer Postkarte, einem Werbeklischee. Kultur ahmt dagegen immer deutlicher das Organische und Natürliche nach: Während Wälder mehr und mehr zu Nutzholzplantagen mutieren, entwickeln zum Beispiel Finanzsysteme eine wilde Eigendynamik und erschüttern unsere Lebenswelten wie Naturgewalten. Informationsnetze überwuchern die Erde wie Flechten oder Pilze. Mobiltelephone scheinen uns unersetzlich wie Körperteile. Moderne HighTech-Sprunggelenkprothesen lassen jedes echte Athlethenbein armselig aussehen.
Der Supermarkt, das Revier des modernen Jägers und Sammlers: Wir glauben der Illusion, dass die Wurst »natürlich« vom Bauernhof kommt und nicht aus einer Fabrik. Fake-Natur ist allgegenwärtig, aber auch offensichtlich Künstliches: Die würfelförmig gezogene Melone amüsiert uns. Wir kennen mehr Tier-Logos als Vögel und Pflanzen beim Namen. Nachdem uns der Lichtwecker mit einem nachgeahmten Sonnenaufgang aus dem Schlaf geholt hat, fahren wir, umgeben von Waldaroma aus dem Duftbäumchen, im Auto zur Arbeit, wo uns sprechende Maschinen erwarten.
»Next Nature« trägt eine Fülle von Beispielen zusammen, um zu zeigen, wie der Mensch seine eigene Natur erschafft, die Natur umformt – und welche maßgebliche Rolle Design und Marketing dabei spielen. Werbung und Produktdesign entwickeln die »nächste Natur« genauso mit wie Wissenschaft und Erfindergeist.
Ein sehr inspirierendes Bilder- und Lesebuch, prägnant gestaltet (wie man es von niederländischen Grafikdesignern erwarten kann), konzipiert als Magazin-Sammelband. Zahlreiche starke Fotos und Bild-Gegenüberstellungen begleiten die Essays. 472 Seiten, englisch, herausgegeben von Actar, Barcelona/New York, ISBN-10: 8492861533 / ISBN-13: 978-8492861538. Weitere Informationen, Blick ins Buch und Bestellmöglichkeit (37,50 € plus Versand) bei Next Nature.

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»Wenn man die falschen Dinge optimiert, sind sie gründlich falsch.«

»Verpackung ist oft gleichzeitig das Intelligenteste und auch das Dümmste was Menschen machen. Intelligent deshalb, weil Verpackungen ungeheuer optimiert sind. Wenn Sie zum Beispiel eine Getränkeverpackung ansehen, ist das die intelligenteste Anwendung des Materials. Dumm deshalb weil man immer aus einer PET-Flasche ein Textil machen kann aber eben nicht umgekehrt. Wenn man die falschen Dinge optimiert, sind sie gründlich falsch. Verpackungen hätten die Chance, beispielgebend für viele andere Produkte zu sein.«
Umweltforscher Dr. Michael Braungart

Das Zitat stammt aus einem Interview auf lilligreen.de. Lesenswerter Text zum Thema Müll, intelligente Verpackungsmaterialien, das cradle-to-cradle-Prinzip und Verantwortung. Dass der Grüne Punkt allerdings Ehen zu retten vermag, wie Michael Braungart vermutet, möchte ich doch bezweifeln.

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Zum Jahresanfang ;)

»Now is the accepted time to make your regular annual good resolutions.
Next week you can begin paving hell with them as usual.«
Mark Twain

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Endlich Weihnachten …

»Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.«
Joachim Ringelnatz

Damit uns dies nicht passiert, schalten wir jetzt auf Entschleunigung. Alle Arbeit ist getan, und wenn nicht: Dann eben nach Weihnachten oder im nächsten Jahr. Der Kühlschrank ist gefüllt, der Weihnachtsbaum wird gleich geschmückt … Wir freuen uns auf ein paar Tage Muße und Entspannung nach einem hektischen und arbeitsreichen Jahr – und wünschen allen ein frohes Fest!

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QR-Codes sind wie Beton

Die schwarz-weißen Pixelwimmelbilder begegnen uns derzeit an jeder Ecke. Meistens pur, hierzulande leider selten mit einfallsreicher Gestaltung verbunden.
Was sind QR-Codes? »Die Idee dahinter ist, dass Menschen im Alltag mit einem Klick mit ihrem Fotohandy Informationen aufrufen, abspeichern und weiterverarbeiten können.« (Basiswissen QR-Code) Schöne Idee also, aber wie sieht es im richtigen Leben aus?

QR-Codes auf Visitenkarten – mit der richtigen App auf dem Smartphone kann ich Kontaktdaten einscannen und diese gleich meinem digitalen Adressbuch zuführen. Praktisch, das spart Zeit und Nerven durch Vermeiden von Tippfehlern. Flirtfreudige tragen mittlerweile T-Shirts mit Codes ihrer Kontaktdaten.

Aber was leisten QR-Codes in der Werbung – auf Anzeigen, Plakaten und an Messeständen?
QR steht für »quick response«: schnelle Antwort. Leider wird das oft gleichgesetzt mit »schnell gefunden«, und so kommt es zu uninteressanten, witzlosen und wenig überraschenden Antworten: Der Code zeigt uns z.B. eine Firmenwebsite (na so was), die womöglich nicht mal für mobile Devices optimiert ist.
Nicht lustig. Fade »Antworten« lassen das eigentlich nützliche Informationswerkzeug QR-Code abstumpfen und das Interesse daran einschlafen – vermutlich der Grund, warum nur ein winziger Prozentsatz der Leser die Zeichen in der Printwerbung wirklich scannt.

Gut eingesetzte QR-Codes liefern Zusatzinformationen. Beispiel: In Ihrer Anzeige wird ein bestimmtes Produkt aus Ihrem Angebot abgebildet. Dann führt der Code sinnvollerweise direkt dahin: www.unser-unternehmen.de/unsere-produkte/sparte3/unser-superprodukt_xyz_technische_details. Überlange und kryptische Webadressen notiert ja niemand gern. In der Anzeige kann dafür der Text auf das Nötigste reduziert werden.

Noch besser: Wenn der QR-Code zu einer Überraschung, einem Gag, einem (Gewinn-)Spiel oder einem anderen Vorteil führt. Ist der Code dann auch noch einfallsreich und spielerisch in die Gestaltung eingebunden – in ein Bild integriert oder mit einem provokanten Text kombiniert –, steigen die Chancen, dass er wahrgenommen und gescannt wird.

Und was hat das alles mit Beton zu tun?
Vor Jahren gab es eine Imagekampagne, die für den Baustoff mit dem Slogan warb: »Beton. Es kommt darauf an, was man daraus macht.« Genau wie bei QR-Codes. ;)

PS: Hinter dem QR-Code oben links verbirgt sich übrigens ein witziges Zitat über Werbung.

Mehr zum Thema: Thomas Knüwer verlinkt in seinem Blogartikel auf den Vortrag von Scott Stratten »Für jeden gedankenlos verwendeten QR-Code stirbt ein Kätzchen« (im Blog von Oliver Gassner).

Ergänzung am 18.1.2012: Thomas Knüwer hat auf seinem Blog noch etwas über den unsinnigsten QR-Code gepostet.

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Bambus und Geckofuß. Bionik in Münster

GeckoBambus und Schachtelhalme inspirieren Architekten, Seegurkenhaut als Vorbild für Hirnimplantate, Bootslacke mit Haifischhauteigenschaften, lösemittelfreie Klebebänder, die wie die Haftzehen des Geckos funktionieren – eine Vielzahl von Beispielen, wie die Natur Technik und auch Design inspiriert, zeigt derzeit das LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Die Themen Bauformen und besondere Materialien, Bewegung zu Lande, im Wasser und in der Luft, Kommunikation sowie Bionik in der Medizin werden dargestellt; es gibt Roboter zu bestaunen und wir erfahren, was die Steuerung von Ampelschaltungen mit den neuronalen Strukturen im menschlichen Gehirn zu tun hat.

Schon immer haben Menschen die Natur beobachtet und sie zu imitieren versucht. Ein klassisches Beispiel: Leonardo da Vincis Studien über die Bewegungen von Vögeln und Fledermäusen zur Entwicklung von Flugapparaten.
Heute suchen Biologen, Ingenieure, Architekten und Mathematiker in der bionischen Forschung gemeinsam nach neuen technischen Möglichkeiten. Die Natur hat in Jahrmillionen der Evolution eine verschwenderische Fülle an Lösungen für hochspezielle Probleme in zum Teil extremen Lebensräumen entwickelt – aber nur die effizienten, funktionalen, material- und energiesparenden setzten sich langfristig erfolgreich durch.
Bionik wird deshalb in Zukunft an Bedeutung gewinnen: Vorbilder in der Natur zu verstehen, hilft uns, »technische Probleme leistungsstark und zugleich nachhaltig zu lösen. Die schier unglaubliche Fülle an verschiedensten Organismen um uns herum werden wir jedoch nur zum Vorbild nehmen können, wenn es uns gelingt, sie für die Zukunft zu bewahren« (Anika Seyfferth im Buch zur Ausstellung).

Mercedes Benz ist ein Kooperationspartner der Schau und mit seinem »bionic car« prominent vertreten. Bei diesem nach dem Modell des Kofferfischs strömungsgünstig und in Leichtbauweise konzipierten kraftstoffsparenden Familienauto handelt es sich allerdings bisher »lediglich um ein Forschungsauto«. Schade, dass nicht erklärt wird, warum eigentlich solche Fahrzeuge noch nicht in Serie gebaut werden.

An technischen Innovationen und Natur Interessierte gewinnen in dieser Ausstellung einen Überblick über die Möglichkeiten der Bionik heute. Für Familien mit Kindern ist sie ein schönes Ausflugsziel (eines der Highlights: die lebende Blattschneiderameisenkolonie und -straße!). Wer sein Wissen über die hier populärwissenschaftlich dargestellten Themen weiter vertiefen möchte, findet im Ausstellungsbuch ein Literaturverzeichnis.

Bionik – Patente der Natur. Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde Münster, bis 17. Juni 2012

Foto: Ein Tokeh-Gecko, das Wappentier der Ausstellung (Berenika Oblonczyk, mit freundlicher Genehmigung des LWL).

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Die Schönheit der Lösung

»Wenn ich an einem Problem arbeite, denke ich nicht über Schönheit nach. Ich denke nur darüber nach, wie ich das Problem löse. Aber wenn ich fertig bin und die Lösung nicht schön ist, weiß ich, dass es die falsche ist.«
Buckminster Fuller

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Lust auf einen virtuellen Waldspaziergang?

Heute auf dem Green Event Blog gefunden: Viel Wissenswertes rund um das Thema Lebensraum Wald und Forstwirtschaft erfährt man auf dieser schönen Website von UPM. Der finnische Papier- und Zellstoffhersteller UPM setzt sich nach eigener Aussage für nachhaltige Produkte und eine verantwortungsvolle  Bioökonomie ein.

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Am falschen Ende sparen: Briefpapierdruck im Büro

Ein Plädoyer für den Druck
»Briefpapier drucken lassen? Ach, wir haben doch einen leistungsfähigen Farblaserdrucker (wahlweise: Tintenstrahldrucker) im Büro!«
Grafiker werden oft vom Kunden gebeten, Logos als jpgs für Word bereitzustellen. Oder gleich ganze Geschäftsausstattungen in Word zu gestalten und zu liefern, damit sie über Bürodrucker ausgabefähig sind.
Mal abgesehen davon, dass Word ein reines Schreibprogramm ist und der Gestaltung in Word enge Grenzen gesetzt sind, unterliegt dieses Denken einem Trugschluss: Es rechnet sich selten, farbiges Briefpapier oder gar Visitenkarten aus Word über Bürodrucker auszugeben – dies taugt nur als Lösung im Notfall.
Folgende Nachteile:

  • Farbige Tonerkartuschen sind teuer und außerdem nicht umweltfreundlich. Logos und gestaltete Briefpapiere kommen ja selten gleichmäßig bunt daher, sondern setzen meist farbliche Schwerpunkte. Wenn Sie überdurchschnittlich viele Briefe, Angebote, Rechnungen und Konzepte mit Ihrem Logo über Ihren Bürodrucker ausgeben, ist die Wahrscheinlichkeit ungleichmäßiger Farb-Verbräuche recht hoch: Einige Farbkartuschen sind öfter leer, andere trocknen dagegen ein – es sei denn, Sie drucken außerdem oft Fotos, Diagramme oder andere grafische Elemente aus.
  • Der typische Ausdruck aus dem Bürodrucker unterliegt auf lange Sicht auch Qualitätsschwankungen: Unterschiede in der Farbintensität oder gar Streifen kommen auch auf guten Druckern irgendwann gern vor. Das sieht nicht nur häßlich aus, es wirkt auch unprofessionell.
  • Darüber hinaus sind Sie zumindest bei Tintenstrahldruckern in der Wahl der Papierqualitäten eingeschränkt.

Sogar für Freiberufler und kleine Unternehmen ist es wirtschaftlicher, Briefpapier in einer Auflage von ein paar hundert Exemplaren drucken zu lassen. Sie können Ihr Briefpapier zum Beispiel zu einer Basisform abspecken: Sie lassen lediglich Briefkopf und Logo bzw. Wortmarke drucken – nur den Rest, also alles Schwarze wie Adressfensterzeilen, Kontaktdaten, Bankverbindungen und/oder Rechnungsstandards drucken Sie über einen Büro-Laserdrucker selbst ein (falls Sie hier auch Farbe wünschen, geht das natürlich nicht). Als ich mich vor 13 Jahren selbstständig machte und mein erstes Logo für mich entwarf, ließ ich genau so ein Basis-Briefpapier in einer Auflage von 1000 Stück drucken. Das benutzte ich für meine Korrespondenz, Rechnungen und Konzepte. Es hat jahrelang gehalten.

Viele kleine und Online-Druckereien bieten den Druck von Briefpapieren in kleinen Auflagen zu erschwinglichen Preisen an. Vorteile:

  • Professioneller Offset- oder Digitaldruck sieht meist gleichmäßiger aus und die Farben leuchten intensiver, besonders wenn Sie Sonderfarben statt 4c wählen.
  • Sie können ein gutes und wertiges Papier, selbstverständlich auch FSC- oder Recyclingpapiere aussuchen und nach natürlichen Druckfarben fragen. Auch CO2-neutraler Druck wird mittlerweile vielfach angeboten.
  • Insgesamt lohnt sich die Investition: Eine gestaltete und gedruckte Geschäftsausstattung wirkt professioneller und verbessert Ihre Außenwirkung immens – das ist unbezahlbar.

Eine günstige Alternative: Ein farbiger Logo-Stempel statt eines echten Drucks kann auf entsprechend ausgewähltem guten Papier mit besonderer Haptik sehr charmant und originell wirken. Das funktioniert allerdings nicht mit jedem Logo und eignet sich nicht für jede Branche. Lassen Sie sich von Ihrem Grafikdesigner beraten – oder von uns. ;)

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